Die Tuberkulose ist genau wie die Lepra eine der ältesten Infektionskrankheiten der Menschheit.
Über Jahrhunderte war sie kontinuierlich ein gesundheitliches Problem, jedoch ohne massive Epidemien auszulösen.

Die Isolation der Kranken, vergleichbar zu der Lepra, war die einzige Methode, die Kette der Infektion zu unterbrechen. Die Kranken wurden in Europa in Sanatorien untergebracht. Klimawechsel, intensive Ernährung, wie auch Aufklärungsgespräche waren Schwerpunkte der Therapie.
Allgemein strebte man an, die Hygiene wie auch die Lebensbedingungen zu verbessern.

Ein markantes Ereignis in der Geschichte der Tuberkulose war die Entdeckung des Mycobacterium tuberkulosis von Robert Koch, dem deutschen Bakteriologen, im Jahre 1882.

In kurzen Zeitabständen folgten weitere Entdeckungen:
Im Jahre 1895 Entdeckung des Röntgenverfahrens
Im Jahre 1921 Einführung der Tuberkulose-Schutzimpfungen
Im Jahre 1943 Einführung der ersten Antibiotika – Streptomycin, PAS, Conteben und Neoteben.

So löste die medikamentöse Therapie der Tuberkulose die vorher breit praktizierten chirurgischen Behandlungsmaßnahmen, wie z.B. Thorakoplastik, Pneumothorax, Lobektomie der Lunge, ab.
(Dr. H. Kretschmer, Der Kassenarzt 16. 2000)

Einen grundlegenden Wandel im Verlauf dieser Seuche brachte mit sich das Auftauchen der HIV/AIDS Infektion. So notiert man seit Winter 1980/81 einen dramatischen Anstieg der Tuberkuloseerkrankungen.