Die Tuberkulose ist heilbar.
Der Erfolg der Behandlung ist jedoch von der Empfindlichkeit des Erregers abhängig.
Bei Bestehen von Resistenzen gegen ein bis drei Medikamente, sinkt die Heilungsrate bis auf ca. 75 %.
Bei Multiresistenz gegen fünf Medikamente sinkt die Heilungsrate bis auf ca. 25 %.
Ist das der Fall und liegt ein lokalisierter Befund vor, so müssen operative Maßnahmen durchgeführt werden.

Die Behandlung der Lungentuberkulose erfolgt, vergleichbar zu der Behandlung der Lepra, mit einer Mehrfach - Medikamenten - Therapie, "Multidrug-Therapie".
Die häufigste Therapieempfehlung ist die DOT(s), die direkt observierte (short time) Therapie.

Die Behandlung muss über den Zeitpunkt der klinischen Besserung hinaus erfolgen, mindestens sechs Monate (short-course), bei schwer erkrankten Patienten bis zu 18 Monaten.

Die antituberkulösen Chemotherapeutika werden in Medikamente der ersten Wahl und der zweiten Wahl eingeteilt.

Medikamente der ersten Wahl:

  • In den ersten zwei Monaten vier Medikamente:
    Isoniazid (INH), Rifampicin (RMP), Pyrazinamide (PZA), Ethambutol (EMB).
  • In den nächsten 4 bis 6 Monaten:
    Isoniazid (INH) und Rifampicin (RMP).
    (dabei ist Rifampicin evtl. austauschbar gegen Ethambutol (EMB) oder Thioacetazone (HT))

Medikamente der zweiten Wahl wie Amikacin, Fluorochinolone, Terizidon, werden nur in Ausnahmefällen verabreicht, d.h. bei Multiresistenzen, Unverträglichkeiten oder Nebenwirkungen gegen Medikamente der ersten Wahl. Die Toxizität der Medikamente der zweiten Wahl ist deutlich höher, deswegen lösen sie auch mehr Nebenwirkungen aus.
Die Tabletteneinnahme muss morgens gleichzeitig erfolgen.
(Dr.Bischoff, Symposium "AktuelleInfektiologie", Wiesbaden,6.-10.4.2002, in MMW Fortschr. Med. Nr40/2002)

 

Chirurgische Behandlung

Bis in die sechziger Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts wurden chirurgische Eingriffe sehr oft angewandt.
Seit der Einführung von wirksamen Medikamenten sind sie immer mehr verdrängt worden.
In den letzten Jahren kamen jedoch hinzu Indikationen, die operative Eingriffe erneut in den Vordergrund stellen. Es sind resistente Tuberkulosefälle MDR-Tb, die medikamentös nicht heilbar sind.
Bei MDR-Tb Kranken mit lokalisiertem Befund, kann man durch chirurgische Resektion in über 90 % der Fälle eine Sputumkonversion erreichen.

Da die Zahl der Patienten mit MDR-Tb stets zunimmt, werden auch die operativen Maßnahmen bei diesen Tuberkulosekranken an Bedeutung.
(Priv.-Doz.Dr.med.Passlick, B., Klinik für Thoraxchirurgie München-Gauting, Chirurgische Behandlung der Tuberkulose, in DBI Der Bay. Int. 21 (2001) Nr. 4 )