Frau Monika Barking, von der Caritas Dinslaken, begleitete mich. Nur fünf Tage hatten wir zur Verfügung, da es ohne Visum maximal nur 5 Tage gestattet ist sich in Weißrussland aufzuhalten. Jedoch die Liste unserer Aufgaben, die wir dort zu erfüllen hatten, war sehr lang.

Grodno
Grodno

Bei der Ankunft im Flughafen Minsk erwartete uns Pater Vitalij, Leiter der Caritas des Landes Weißrussland. Ihm haben wir Bücher für Kinder, die fleißig Deutsch lernten, mitgebracht. Vereinbart wurden falls notwendig, weitere Hilfsmaterialien.

Die Autofahrt von Minsk nach Grodno dauerte vier Stunden, so kamen wir erst tief in der Nacht in unserer Unterkunft, einem Kloster, an. Gleich am nächsten Tag eilten wir ins Kreis-Krankenhaus Grodno, um dort zwei Ärzte aus Karakalpakstan zu begrüßen. Diese reisten zuvor zu einer zweiwöchiger Schulung in Diagnostik und Therapie für taubstummer Kinder an. Nach der Rückkehr in ihre Heimat sollen sie dort selbständig in der Lage sein, mit Hilfe eines Audiometers, den ich bei der Firma Maico in Berlin eingekauft habe, ihre neue Aufgabe zu erfüllen. Alle offenen Fragen wurden geklärt.

Die ganze große Klinik, welches 300.000 Einwohner versorgt und wo viele medizinische Anschaffungen der letzten Jahre von Dinslaken aus gespendet wurden, überprüften wir auf deren weitere Funktionsfähigkeit. Wir haben auch versprochen, nach unseren Möglichkeiten weiter zu helfen.

 Die nächste Station war Ross, 60 Km von Grodno entfernt. Mit großer Freude sahen wir dort ein fast fertiges Objekt: die „Soziale Rehabilitation“, auch „Haus der Barmherzigkeit“ genannt. Dieses Haus war der Wunsch der gesamten Diözese. Dieser Wunsch ist nun verwirklicht worden. Für die Inneneinrichtung haben wir so einiges schon auf den Weg von Dinslaken nach Grodno mit einem 20 Tonnen Transporter geschickt.

Zuletzt besichtigten wir in Grodno die Tuberkulose Klinik. Diese Klinik ist das größte Tuberkulose-Projekt, welches wir zurzeit von Dinslaken aus tragen.

Monika und ich, waren beide zutiefst erschüttert. Der Zustand der Tuberkulose-Klinik in Grodno war in einem katastrophalen Zustand. Eine Restaurierung würde hier nutzlos sein. Das einzige Sinnvolle wäre Abriss und Neubau. Mit einem Neubau startete man hier schon vor fünf Jahren, jedoch wegen einem finanziellen Tiefstand wurde dieses Vorhaben eingestellt. Unsere Kontaktperson zu der TB Klinik ist seit Jahren Frau Dr. Halina Gieda. Sie führte uns von einem Raum zum anderen. Wir konnten unser Entsetzen nicht verbergen. Anschließend beim Teetrinken sagte die leitende Ärztin: „Sie sehen mit welchen Schwierigkeiten wir Tag für Tag zu kämpfen haben.“

Wie soll man helfen und trösten in dieser Situation? „Wir bleiben in engem Kontakt und helfen Ihnen nach unseren Möglichkeiten weiter,“ versprachen wir.

Diese Reise bestätigte uns erneut, wie wertvoll unsere Dinslakener Lepra- TB Arbeit im Ausland ist.