Lepra-Tuberkulosehilfe Dinslaken

Lepra-Tuberkulosehilfe Dinslaken

Nach dem erfolgreichen Abschluss des Kerala-Projektes entstand 1985 der Gedanke, ein neues Lepra-Projekt zu verwirklichen. Im Gegensatz zum Kerala-Projekt, das den verunstalteten, verkrüppelten und heimatlosen Leprakranken galt, sollte das Nord-Indien-Projekt völlig andere Zielsetzungen beinhalten. Die Ansatzpunkte wurden dem von der WHO empfohlenen Vorgehen bei der Behandlung der Lepra angeglichen. So war die Zielsetzung des Nord-Indien-Projektes folgende:

  • Reihenuntersuchungen, um die Kranken im Frühstadium aufzuspüren und vor den Spätfolgen zu bewahren;
  • Behandlung der neu entdeckten Leprakranken;
  • Präventions- und Aufklärungsarbeit

Durch diese Maßnahmen sollten die Spätfolgen von Lepra in Form von Verkrüppelungen und Verstümmelungen vermieden werden.

Dieses Vorhaben erstreckte sich auf drei Gebiete Nordindiens:

  • Kashmir Jammu
  • Punjab
  • Uttar Pradesh

Unsere Mitarbeiter vor Ort waren auch diesmal Ordensbrüder der Kapuziner. Für jedes Gebiet wurde ein verantwortlicher Pater ernannt. Die gesamte Koordination der Lepraarbeit übernahm Pater Wilfried Mubarak. Reihenuntersuchungen wurden von qualifizierten Krankenschwestern durchgeführt. Die Bekämpfung der Tuberkulose wurde in dieses Projekt mit einbezogen.

Im Herbst 1985 schreibt Pater Wilfried: "Wir befinden uns in der ersten Phase der Lepraarbeit. Wir geben uns sehr viel Mühe, unsere Aufgaben sorgfältig und sachlich durchzuführen, obwohl Unruhen in Punjab und teilweise auch in Kashmir Jammu herrschen". Er teilte auch die ersten Ergebnisse der Fallsuche mit.

Die neu entdeckten Patienten leitete man an dafür zuständige Krankenhäuser weiter.

 Im Laufe der nächsten Monate entwickelten sich die Probleme vor Ort so gravierend, dass wegen des Mangels an Personal und den Unruhen vor Ort dieses Projekt im Jahre 1987, d.h. leider schon nach zwei Jahren, beendet werden musste. Dennoch wurden in dieser Zeit:

Reihenuntersuchungen
Reihenuntersuchungen

140 Tuberkulosekranke und 360 Leprakranke aufgespürt: davon 40 Leprakranke als Einzelfälle und 320 Leprakranke in Gruppen lebend.

In Punjab wurden drei Leprakolonien ausfindig gemacht und zwar in Dinangar, in Batala und in Fathegorth Churian. Die Kranken wurden medizinisch und nach den vorhandenen Möglichkeiten auch sozial versorgt.

Trotz des Projektabbruches war es für die Dinslakener eine große Freude, Hunderten von Menschen, die in unbeschreiblicher Not lebten, eine grundlegende Hilfe zu leisten.