Die zweite Station in Indien war Bombay Leprosy Project (BLP). Es ist schwerpunktmäßig unser größtes Projekt in Dinslaken.

Hier gibt es weltweit die höchste Zahl von neu entdeckten Leprakranken pro Jahr. Ich untersuchte die Menschen Tag für Tag in den Slums Dharavi (das größte Armenviertel Asiens) oder in den kleinen lokalen Krankenhäusern, in welchen die Leprakranken nur zweimal in der Woche für jeweils zwei Stunden zum Arzt kommen dürfen. In diesen Anstalten gibt es keinen ausgebildeten Lepraarzt! Das Wartezimmer ist gleichzeitig das Sprechzimmer des Arztes. Es wird laut gesprochen über die Beschwerden der einzelnen Patienten.

Die Menschen saßen ganz still. Da gab es unter ihnen keine Gespräche. Ich habe so einige Gesichter mit Tränen in den Augen gesehen, still weinende Patienten.

Bombay Leprosy Project
Bombay Leprosy Project
Renovierung ist im Gange
Renovierung ist im Gange

Nur im Bombay Leprosy Project, wo unsere Kontaktperson, Dr. Pai, tätig ist, eine absolute Fachkraft, kommen die Leprakranken täglich, von früh bis abends. Sie kommen auch von weit her, fahren mit dem Zug mehrere hundert Kilometer. Sie kommen müde an, aber im BLP, der Hauptanlaufstelle, wo früher immer ein Tisch und ein paar Stühle für die Patienten bereit waren, überdacht mit einer Plane, war jetzt nichts. „Was ist passiert?", fragte ich Herrn Dr. Pai. „Es war mal ein starker Wind und hat alles abgerissen…“ war seine Antwort.

Der aktuelle Zustand war für mich nicht haltbar, so renovieren wir mit unseren Geldern das alte, zum Teil schon zerfallene Haus. Die Anlaufstelle für die Leprakranken muss dringend erhalten werden. Ohne Hilfe verstümmeln und verkrüppeln diese Menschen, die man zurecht „Ärmsten der Armen“ nennt.