Nach zwei Jahren erschloss ich mich erneut, in das Land der „Schwarzen Hütten“ zu fliegen und zwar nach Karakalpakstan, einer Autonomen Republik in Usbekistan mit eigenem Ministerrat, eigener Sprache, ja sogar eigener Flagge.

Zurzeit ist dieses Land von zwei Millionen Menschen bewohnt. Unser Ansprechpartner seit 14 Jahren ist Dr. Atajan Khamrajev, stellvertretender Vorsitzender im Obersten Rat der Republik Karakalpakstan.

Im Vergleich zu den anderen 15 Ländern der ehemaligen Sowjetunion gibt es dort weiterhin die höchste Durchseuchung mit der Lepra. Meine wichtigsten Aufgaben waren:

  • Kontrolluntersuchungen der ausgeheilten Fälle
  • Kontrolluntersuchungen deren Kontaktpersonen
  • Vorträge über den aktuellen Zustand der Lepra für Ärzte und Medizinstudenten.
Vortrag an der Universität
Vortrag an der Universität
vor Studenten
vor Studenten

Um diese Aufgaben zu erfüllen, organisierte ich von Dinslaken aus eine Epidemiologische Expedition für vier Endemie Gebiete in Karakalpakstan und  Usbekistan (Vorkommen der Lepra von Generation zu Generation). Ein russischer Lepraarzt, der zurzeit in der Nähe von Moskau, im Lepracentrum „Zielona Dubrawa“ tätig ist und als einer der besten Lepraärzte in Russland gilt, lud ich zum Mitmachen ein. Unterstützt durch lokale Ärzte bewegten wir uns Hunderte von Kilometern in diesen Gebieten. Sinn dieser Expedition war es, durch Auffinden neuer Leprafälle die Kette der Infektion zu unterbrechen.

mit Patienten
mit Patienten
mit Ärzten, Klinikarbeit
mit Ärzten, Klinikarbeit

Ich war erschüttert, als ich während der Untersuchungen entdeckte, dass bei einigen Menschen die Leibwäsche fehlte. Die zuständige Ärztin erklärte: „Es ist die Armut, die man nicht verstecken kann“. Deswegen verteilten wir bei den Untersuchungen Kleidung.

Bei dieser Expedition fanden wir fünf neue Leprakranke und weitere fünf haben wir zu weitergehenden Untersuchungen in die Lepraklinik eingewiesen.