Lepra-Tuberkulosehilfe Dinslaken

Lepra-Tuberkulosehilfe Dinslaken

Diesmal brauchten wir den Standort der Leprakranken nicht zu suchen. Freundschaftlicherweise wurden uns 1995 alle Adressen der Lepraeinrichtungen der ehemaligen Sowjetunion im Kaukasus gegeben.
Die russischen Kollegen meinten damals: "Die Leprakranken brauchen dringend Hilfe". Und es war offensichtlich: die Kranken waren - durch die wirtschaftlich schwierige Situation der letzen Jahre in Russland, völlig unterversorgt. Diese logische Schlussfolgerung und unsere offensichtliche Hilfsbereitschaft bewirkten die freudige Bejahung unserer nächsten Aktivitäten.

Durch die Begegnung mit einer Augenärztin aus Taschkent, Frau Prof. Tamara Muratova, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Universität, die ich 1995 auf dem Medizinischen Weltkongress in Tschenstochowa kennenlernte, ist es mir gelungen, eine Einladung für dieses Land zu erhalten.

So konnten wir im Juli 1996 nach Taschkent fliegen. Unsere Hilfsmittel, die wir monatelang mühsam gesammelt hatten, wurden mit einem Sattelschlepper aus Dinslaken nach Nukus, der Hauptstadt von Karakalpakstan, einer autonomen Republik in Usbekistan, gesandt. Wir wussten bereits von der enorm hohen Zahl der Leprakranken am Aralsee, fast 700 Patienten. Dementsprechend wurden uns in großen Mengen antilepröse und auch allgemeine Medikamente vom Deutschen Aussätzigen Hilfswerk (DAHW) zur Verfügung gestellt. Medizinische und allgemeine Hilfsmittel, Bekleidung und Nahrungsmittel wurden zusätzlich von uns nach Nukus mitgenommen.

Wir kamen nach Mitternacht mit der Lufthansa in Taschkent an. Frau Prof. Muratowa und Herr Prof. Eshbaev, ein Lepraarzt, der für die Behandlung der Leprapatienten in Usbekistan verantwortlich war, erwarteten uns am Flug hafen. Wir haben noch in dieser Nacht gemeinsam die Aufgabenkoordinierung in Usbekistan besprochen und sind sofort nach einigen Stunden weiter nach Nukus geflogen. Auch dort erwartete uns der für Karakalpakstan zuständige Lepraarzt, Herr Biekpolat Naschimov. Ein Arbeitsplan wurde gemeinsam erarbeitet.

So besuchten wir:

  • Das Leprosorium Krantau
  • Die Städtische Ambulanz für Leprakranke
  • Die Lepra Ambulanz für den Kreis Nukus
  • Das Leprainstitut in Nukus
  • Die Lepra-Ambulanz in Muinak (direkt am Aralsee)

 

Das Leprosorium Krantau liegt 40 km von der Hauptstadt Nukus entfernt. Es gibt dort kein fließendes Wasser, keine Kanalisation, kein Telefon und die Stromversorgung fällt oft aus.

Die Ambulanz in Muinak befindet sich im Katastrophengebiet am Aralsee.
Noch vor 20 Jahren war Muinak eine Insel. Jetzt ist es ein Festland.

Das Leprosorium Bachmal ist klein, zu damaligem Zeitpunkt mit 17 Patienten belegt, abgesehen von 140 ambulanten Leprakranken, zu denen jegliche Verbindung fehlte...

Es war für meinen Mann und mich eine Gelegenheit und zugleich ein Bedürfnis, die in so dürftigen Verhältnissen lebenden Leprakranken weitgehend zu versorgen.

Die Verbindung zu den Lepraärzten aus Usbekistan ist fortlaufend gut.

gemeinsam mit dem WHO Goodwill Ambassador, Mr. Yohei Sasakawa aus Tokyo, der zuständig für die Lepra weltweit ist, und mit seinem 10-Personen-Team.

Seit 18 Jahren betreuen wir von Dinslaken aus die Leprakranken am Aral-See.

Eben hier fand die grausamste ökologische Katastrophe in den letzten 50 Jahren statt.

Diese Reise wurde eingehend monatelang vorbereitet!

Der VII. Kongress der Dermatovenerologen und Kosmetologen der Republik Usbekistan fand am 7 -8. 2017 in Taschkent statt. Meine Aufgabe war, die neusten Informationen vom 19. Weltleprakongress der Lepra  in Peking, China, an die Zentral-Asiatischen Länder weiterzuleiten und so den Einfluss der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Zentral Asien zu stärken.

Der Kampf gegen Leprophobie wurde von der Zentralasiatischen Ärzteschaft akzeptiert und ich wurde gebeten, meinen Vortrag noch einmal an der Universität in Taschkent vorzustellen.

 

Nach zwei Jahren erschloss ich mich erneut, in das Land der „Schwarzen Hütten“ zu fliegen und zwar nach Karakalpakstan, einer Autonomen Republik in Usbekistan mit eigenem Ministerrat, eigener Sprache, ja sogar eigener Flagge.