Doch wir mussten weiterfahren! Der nächste Zielort war das Leprosorium Abinski. Die Freundlichkeit der Ärzte und des Personals erleichterte uns die Durchführung unserer Arbeiten und die Atmosphäre war wahrhaftig herzerfrischend! Die Patienten freuten sich.

Der Laster mit unseren Hilfsgütern aus Rostov am Don war inzwischen schon im Leprosorium eingetroffen.
Der Chef- Leprologe zeigte uns die ganze Einrichtung. Seine Zuneigung zu den Leprakranken war offensichtlich. Auch hier konnten wir sehen, was von Nöten war: nämlich dringendst Medikamente und jegliches Verbandsmaterial, da fast jeder Leprakranke Verwundungen an den Beinen hatte. Eine angemessene Schuhversorgung und die Rehabilitation der Kranken sollte angedacht werden.

 

ausgeprägte Verstümmelung
ausgeprägte Verstümmelung

Diese Gedanken beschäftigten mich auch während der Rückreise nach Rostov am Don. Es war ein Weg zwischen Sonnenblumenfeldern. Ich betrachtete die großen, in den Sonnenstrahlen glänzenden Sonnenblumenköpfe. Es war ein Abschied vom Kaukasus.
Die einzigartige Landschaft machte mich nachdenklich. Ich konnte es kaum fassen, dass ich hier war und die Möglichkeit hatte, Leprakranke zu behandeln. Nach zwei Wochen Aufenthalt im Kaukasus hatten wir viele Freunde gewonnen, die wir jetzt wieder zurücklassen mussten. Doch die ca. 450 Leprakranken haben mir das Gefühl vermittelt, dass sie sich mit ihren Leiden nicht alleine gelassen fühlen - für mich eine besonders anrührende Erfahrung.
Wir wussten, dass es ein Wiedersehen geben wird!. Und so war es auch.
Kaum zwei Jahre später feierte das Terski-Leprosorium seinen 100. Geburtstag.
Leprologen der benachbarten Leprosorien, auch Ärzte aus den Ländern, die einst zur Sowjetunion gehörten, waren gekommen, um den Kampf gegen die Lepra gemeinsam zu bekunden.

 

Das Grußwort vom Deutschen Aussätzigen Hilfswerk, mit Sitz in Würzburg, anlässlich dieses denkwürdigen Festes wurde durch mich und meinen Mann überbracht.
Die Leprakranken erkannten uns. "Ihr habt uns soooo versorgt", sagten sie. Im Jahre 1997 wurde ein Sattelschlepper mit Medikamenten, medizinischen und allgemeinen Hilfsmitteln, in den Kaukasus gesandt, um die Leprakranken in allen drei Lepra-Einrichtungen zu versorgen.
1999 wurde erneut ein Sattelschlepper von Dinslaken in den Kaukasus gesandt. So haben viele Freunde und Helfer aus Dinslaken und Umgebung mit mir zusammen das Versprechen eingelöst, an die Leprakranken zu denken und sie nach unseren Möglichkeiten zu versorgen.

2005

Im Jahre 2005 wurde dort feierlich das 100jährigen Bestehens des Leprosorium gefeiert. Unmittelbar zuvor wurde Dr Piotrowitsch, ein Chirurg zum Chefarzt des Leprosorium ernannt und löste ab herrn Dr Boris Siemienienko. Nach der Konferenz haben wir uns bemüht das aller Wichtigste den Leprakranken zu verschaffen, wie: Rollstühle, Bettwäsche u.s.w. Dennoch – der Kontakt zu Abinski gestaltet sich sehr schwierig.

2012

 

Leprareise Juni/Juli 2012