Im Juli 1992 besuchte ich im Rahmen einer sogenannten "Leprareise" in Begleitung meines Mannes und meines Sohnes die Leprakranken im Baltikum.
Noch im 20. Jahrhunderts bestand in Litauen ein großes Leprosorium, nämlich das Leprosorium in Memel (Klaipeda), das erst 1941 geschlossen wurde. Die Leprakranken wurden auf das Leprosorium Kuuda in Estland und das Leprosorium Talsi in Lettland verteilt. Deshlb war es für mich von großer Bedeutung, auch Memel zu besichtigen.

Leider konnte ich am Standort des ehemaligen Leprosoriums keine Reste dieser Einrichtung finden.
Laut Angaben der Stadtverwaltung gibt es in Litauen keine Leprakranken mehr.
Ich habe mir vorgenommen, diesen Sachverhalt nach etwa 10 Jahren nochmals zu überprüfen.

2009

Ich habe weiterhin in diesem Lande keine Spur von Leprakranken gefunden.

April 2013 – Klaipeda (Memel)

Das Leprahaus in Memel / Klaipeda wurde vor 70 Jahren geschlossen. Die Leprakranken wurden in die bestehenden Leprosorien in Lettland und Estland eingewiesen, andere sind an unbekannten Orten verschollen. Die Kriegszeit ist Begründung dafür, dass keine Listen über die Aufteilung der Patienten vorhanden sind. Da sich bei Lepra der Zeitraum von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Krankheit bis zu 40 Jahren erstrecken kann, gibt es in Litauen vermutlich Leprakranke, die unter anderen Diagnosen behandelt werden und dadurch verstümmeln und verkrüppeln.

Ziel meines Gastvortrages an der Universität in Klaipeda war es, den Hautärzten das Krankheitsbild der Lepra in Erinnerung zu bringen und so den existierenden Leprakranken die Möglichkeit einer korrekten Diagnose und Behandlung zu geben.

Besuch des Hospizes in Wilna. Es ist das einzige Hospiz im Lande. Wegen sichtbarer Hilfsbedürftigkeit wurde die Notwendigkeit einer Hilfsaktion besprochen und schon im August 2013 ausgeführt.

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Gastvortrag
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