Die Bekämpfung der Lepra, einer Seuche, die seit dem Anfang der menschlichen Existenz eine grausame Bedrohung darstellt, ist nicht zu vergleichen mit der Bekämpfung der übrigen Infektionskrankheiten.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) gab 1982 bekannt, dass die Lepra zu einer heilbaren Krankheit geworden ist. Ein Ereignis, das mit Staunen und großer Erleichterung von den Menschen in der Welt aufgenommen wurde.

Der über Jahrtausende bestehender Weg der Bekämpfung der Lepra lässt sich in vier Phasen einteilen.

  1. Harte Isolation
  2. Medikamentöse Behandlung der Vor-Sulfon-Ära
  3. Die Sulfon-Ära
  4. Die MDT-Ära

Aktuell wird die Lepra mit einer Kombinationstherapie nach dem Schema der WHO behandelt – mit der MDT (Multi-Drug-Therapie).
Es ist die einzige sichere Methode zur Bekämpfung der Lepra.
Mit dieser Methode wurden in den letzten 30 Jahren 18 Millionen Leprakranke geheilt. Die Prävalenzrate der Lepra ist um 90% gesunken.
Seit dem Jahre 2000 werden die MDT-Tabletten in Blister gepresst um eine Resistenz zu verhindern.

Die Bekämpfung der Lepra, der weltweiten Infektionskrankheit , wird von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gesteuert.

Im festgelegten Rhythmus werden Internationale Lepra Kongresse abgehalten:
Der 1. Kongress in Berlin 1897 und inzwischen schon der 19. Internationale Leprakongress in Peking, China, im September 2016.

In Peking wurde ein Programm für die Lepraarbeit 2016 – 2020 der Ärzteschaft, die aus aller Welt angereist war, vorgelegt:

  • Stopping Transmission
  • Preventing Disability
  • Promoting Inclusion

Die Globale Strategie stützt sich auf drei Säulen:

  1. Vision der leprafreien Welt
  2. Vorläufiges Ziel - die Reduktion der globalen und lokalen Leprabelastung
  3. Keine neu diagnostizierten Kinder mit sichtbaren Deformitäten
    Die Zahl der neu diagnostizierten Leprapatienten mit sichtbaren Deformitäten soll unter 1 per Million fallen. In keinem Land der Erde sollen Leprakranke diskriminiert werden.

Die aktuelle weltweite Situation: Die ganze Welt ist lepraeliminiert, mit Ausnahme von hot spots. Die größten Schwierigkeiten bestehen weiterhin in Indien.

 

Leprahilfsorganisationen

Um den Leprakranken in aller Welt eine organisierte Hilfe zu geben, entstand im Jahre 1957 das Deutsche Aussätzigen Hilfswerk (DAHW).
In anderen Ländern bildeten sich ähnliche Hilfswerke.
Im Jahre 1966 schlossen sich die in Europa bestehenden Leprahilfswerke zu der Arbeitsgemeinschaft Europäischer Leprahilfswerke (ELEP) zusammen. Infolge der Aufnahme von Hilfswerken außerhalb Europas kam es 1975 zur Umbenennung in Internationale Vereinigung der Leprahilfswerke (ILEP).
Somit ist die ILEP Dachorganisation der Weltweiten Leprahilfe. Sie vereint aktuell 11 internationale Leprahilfswerke.